Frühe Hilfen

Bedarfsgerechte Unterstützungs- angebote und sektorübergreifende Präventionsketten am Setting Geburtsklinik

Zentrales Element ist der Einsatz einer Koordinatorin in der Geburtsklinik, die als Ansprechpartnerin für alle Gebärenden in der Klinik und zur Betreuung und Unterstützung von Müttern, Familien und ihren Kindern eingesetzt wird. Für die Umsetzung wurde ein klinischer Pathway entwickelt, um verbindliche Strukturen und Abläufe festzulegen. Spätestens nach Aufnahme in die Klinik wird bei allen Geburten ein Screeningbogen - Risikoinventar Präevention - eingesetzt und/oder die Gebärenden werden hinsichtlich von Auffälligkeiten während des stationären Aufenthaltes beobachtet. Die Risikofaktoren werden mittels eines Screeningbogens erfasst und unter Einsatz moderner Mikrosystemtechnik an eine Datenbank übergeben.

Die Fachberatung (Klinik und SPZ) verfügt über einen webbasierten datengesicherten und verschlüsselten Zugang, interpretiert die Daten und Informationen, fragt ggf. bei der Koordinatorin telefonisch nach und gibt medizinisch gesicherte Empfehlungen, die vor Ort mit dem Frauenarzt /Frauenärztin; Kinderarzt; Kinderärztin; Hebamme/ Familienhebamme und anderen Verantwortlichen besprochen werden.

Erkennen von Risikowahrscheinlichkeiten im Screeningverfahren

Wenn im Screeningverfahren Risikowahrscheinlichkeiten zu erkennen sind, gehört es zu den zentralen Aufgaben der Koordinatorinnen, ein vertiefendes Gespräch mit den Familien/Müttern zu führen, um das Ausmaß der Risikolage bzw. besondere Belastungsmerkmale der Familie abzuklären.

Die Koordinatorin bietet in Absprache mit dem/r Kinder- und Jugendarzt/ärztin oder Frauenarzt/ärztin der Mutter die ambulante Begleitung und Unterstützung durch eine Hebamme an und erbittet das Einverständnis, den ambulant tätigen Kinder- und Jugendarzt und Frauenarzt über die Nachbetreuung und ihre Gründe zu informieren. Der Kontakt zur ambulant tätigen Familienhebamme und zur nachsorgenden Hebamme erfolgt bereits in der Klinik.